Großer Cochrane-Review zeigt: Vapen schlägt Nikotinpflaster bei der Raucherentwöhnung – mit wichtigen Einschränkungen
Zusammenfassung
Ein neuer umfassender systematischer Review, veröffentlicht in der Cochrane Database of Systematic Reviews, kommt zu dem Ergebnis, dass Nikotin-E-Zigaretten wirksamer sind als herkömmliche Nikotinersatztherapien (NRT) wie Pflaster und Kaugummis, um Rauchern den Ausstieg zu erleichtern. Auf der Grundlage von 80 randomisierten kontrollierten Studien mit fast 30.000 Rauchern liefert der Review gesicherte Belege dafür, dass etwa vier zusätzliche Raucher pro 100 mithilfe von Nikotin-E-Zigaretten erfolgreich aufhören können, verglichen mit NRT, und etwa zwei zusätzliche im Vergleich zu nikotinfreien E-Zigaretten. Als "lebender systematischer Review" wird er kontinuierlich aktualisiert und stellt eine der umfassendsten Bewertungen von Methoden zur Raucherentwöhnung dar.
Die Hauptautorin Nicola Lindson von der University of Oxford betonte die Bedeutung verschiedener Ausstiegsmöglichkeiten für Raucher, während Koautorin Jamie Hartmann-Boyce von der University of Massachusetts Amherst hervorhob, dass die Ergebnisse ausschließlich für regulierte Nikotin-E-Zigaretten gelten und nicht für nicht zugelassene oder Einweg-Geräte, die Sicherheitsrisiken wie instabile Akkus und schädliche Chemikalien bergen können. Hartmann-Boyce bezeichnete die Evidenz für regulierte Produkte als "sehr stark".
Der Review weist wesentliche Einschränkungen auf. Er untersucht weder, ob ehemalige Raucher, die mit E-Zigaretten aufgehört haben, anschließend auch das Dampfen aufgeben, noch klärt er die langfristigen Gesundheitsrisiken des Vapens angesichts der noch kurzen Geschichte dieser Produkte. Koautor Chris Bullen von der University of Auckland bezeichnete diese Lücken als "echte Bedenken, die eigene Evidenzreviews erfordern". Schwere kurzfristige Schäden wurden nicht festgestellt, dennoch forderten die Autoren größere und längerfristige Studien.
Der Review ist vor dem Hintergrund zu sehen, dass Tabakkonsum weltweit jährlich über 7 Millionen Menschen tötet. Die Forscher argumentieren, dass eine Erweiterung des Angebots an nachgewiesen wirksamen Ausstiegsoptionen, einschließlich reguliertem Nikotin-Vapen, die tabakbedingte Sterblichkeit senken könnte, auch wenn die langfristigen Auswirkungen des Vapens weiter erforscht werden müssen. Die Finanzierung erfolgte durch Cancer Research UK, das National Cancer Institute und das FDA Center for Tobacco Products.
(Quelle:Google News)